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Der Europäische Polizeikongress in Kürze:

Der jährliche “Europäische Polizeikongress“ ist eine internationale Kongressmesse, die sich als Informationsplattform für Entscheidungsträger der Polizeien und Sicherheitsbehörden versteht. Er will den Dialog zwischen den Behörden fördern, den Teilnehmern ermöglichen neue Kontakte aufzubauen, er führt kritische Diskussionen über aktuelle Themen und informiert in der Ausstellung über neueste Technologien. Er ist die größte internationale Fachkonferenz für Innere Sicherheit in Europa.

Jedes Jahr ist der Europäische Polizeikongress Treffpunkt für rund 1.600 Teilnehmer aus über 50 Nationen. Er wird durch die Zeitung Behörden Spiegel, die größte deutsche Zeitung für den Öffentlichen Dienst, mit Unterstützung durch nationale und europäische Behörden organisiert.

Der 16. Europäische Polizeikongress findet vom 19. bis 20. Februar 2013 im bcc Berliner Congress Center, Alexanderstr. 11, 10178 Berlin statt.

Momentan evaluieren und sammeln wir potentielle Themen für Haupt- als auch das Fachforenprogramm. Wenn Sie ein Thema gerne in den Kongress integriert sehen möchten, nehmen wir Ihre Anregungen und Vorschläge gerne unter martin.jung@behoerdenspiegel.de entgegen um sie mit Ihnen wie auch Teamintern zu diskutieren.

The European Police Congress in brief:

The “European Police Congress” is an international information platform for police and decision makers from security authorities and industries. Its intention is to strengthen the dialogue between the authorities and enable the participants to establish new contacts to colleagues from all over the world. Every year critical discussions on up-to-date issues are held and the latest developments in technologies for the professional use in the security sector are presented by the exhibitors. The European Police Congress is the largest conference for internal security in the European Union.

Annually the conference is a meeting place for round 1.600 experts from more than 50 countries. The European Police Congress is organized by the “Behörden Spiegel”, Germany´s leading newspaper for public authorities with support of national and European authorities.

The 16th European Police Congress will take place from 19 to 20 February 2013 in the bcc – Berlin Congress Center. Alexanderstr. 11, 10178 Berlin.

Currently we are collecting and evaluating potential topics for the main programme as well as for the specialised panel sessions. If you would like to see a special topic to be integrated in the conference, it will be our pleasure to receive and discuss your suggestions via martin.jung@behoerdenspiegel.de.

Zu kurz gesprungen

Sicherheitsarchitektur nicht in Frage stellen

Die Innenminister und Innensenatoren der Länder zeigten Einigkeit auf dem 15. Europäischen Polizeikongress: Die föderale Struktur der Bundesrepublik sei ein Garant für Sicherheit und dürfe nicht infrage gestellt werden. Foto: BS/Dombrowsky

"Es ist ein unglaublicher Fall, ein tragisches Dilemma, das sich nicht wiederholen darf", führte Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, in die Diskussionsrunde der Landesinnenminister und -senatoren im Rahmen des 15. Europäischen Polizeikongresses ein, die im Zeichen der Konsequenzen des Terrornetzwerk Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) für die deutsche Sicherheitsarchitektur stand.

Die Bundesrepublik befände sich in einem Zustand der Enttäuschung und des Entsetzens. Die ersten Konsequenzen seien gezogen und richtige Schritte begangen worden. "Alles ist furchtbar, keine Frage. Aber die Diskussionen um das Trennungsgebot, die Rolle des Verfassungsschutzes und die föderale Struktur sind eine völlig oberflächliche Betrachtung des eigentlichen Problems: Niemand, wirklich niemand hat die Zusammenhänge erkannt. Es liegt nicht an der Unfähigkeit der Landesämter", betonte der bayerische Innenminister.

"Wir dürfen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und alles in der deutschen Sicherheitsarchitektur in Frage stellen. Stattdessen müssen wir Rahmenbedingungen gegen den Terrorismus schaffen", erklärte Frank Henkel, Senator für Inneres und Sport Berlin. Es gehe um die behördenübergreifende Zusammenarbeit, die Bündelung und Verdichtung von Informationen um Extreme bekämpfen zu können. "Die Gefahren sind da. Wir müssen in der Bandbreite aktiv sein", ergänzte Herrmann hinsichtlich aller Gefahren, die von den Sicherheitsbehörden im Blick gehalten werden müssten. "Der islamistische Terrorismus wird beobachtet. Der Linksextremismus ist genauso extrem wie der Rechtsextremismus. Wir können nicht das eine tun ohne das andere zu lassen", ergänzte auch Holger Stahlknecht, Minister des Innern des Landes Sachsen-Anhalt, die Diskussionen um die Bedrohungen der Inneren Sicherheit Deutschlands.

In einem Punkt zeigten sich allen Innenminister und -senatoren einig: "Dem Föderalismus die Schuld in die Schuhe zu schieben ist zu kurz gesprungen. Die Informationen lagen dem Generalbundesanwalt vor, und das schon vor Jahren", betonte Dr. Dietmar Woidke, Minister des Innern Brandenburg. Die NSU sei nur Ausdruck einer Entwicklung und Militarisierung in der rechten Szene. Daher müsse der Informationsfluss permanent überprüft werden. "Und was uns fehlt sind die Vorratsdaten als Instrument", so der brandenburgische Innenminister weiter.  "Der Föderalismus macht Deutschland zu einem der sichersten Länder überhaupt. Er wird sich bei der Aufklärung dieser Mordserie bewähren", bekräftigte auch Uwe Schünemann, Minister für Inneres, Sport und Integration des Landes Niedersachsen. "Was wir wirklich brauchen ist eine Prävention und eine Sensibilisierung. Diese muss gemeinsam mit den muslimischen Gemeinden in Deutschland erfolgen. Es ist eine Zuarbeit aus der Gesellschaft notwendig", so Schünemann weiter. "Die föderale Struktur hat sich in 60 Jahren Bundesrepublik Deutschland als Garant für die Sicherheit bewährt", betonte auch Lorenz Caffier, Minister des Innern Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzender der Innenministerkonferenz (IMK). In Frage zu stellen sei laut Caffier die Optimalität der Informationsflüsse, nicht aber die Struktur der Sicherheit in Deutschland.

Neben den Ermittlungen um die Zwickauer-Terrorzelle bereiten aber auch andere Herausforderungen der Inneren Sicherheit den Innenministern schlaflose Nächte. Der niedersächsische Innenminister Schünemann werde vor allem von den Entwicklungen der Cyber-Kriminalität um den Schlag gebracht. "Haben wir in Bund und Ländern diese Lage im Griff? Nicht wirklich. Wir sind weit hinter den Straftätern im Internet entfernt", so Schünemann. Die deutsche Sicherheitsarchitektur müsse sich in dieser Hinsicht öffnen und eng mit der Wirtschaft zusammenarbeiten. "Wir brauchen Spezialisten. Aber mit den finanziellen Mittel der Länder wird es schwierig, deren Gehälter zu bezahlen", sagte der niedersächsische Innenminister. Dies bekräftigte auch Caffier: "Jedes Land muss sich auf Cyber Crime einstellen. Wir brauchen Fachpersonal. Dieses wird mit den überschaubaren Gehältern bei den Landespolizeien aber schwer zu finden sein." Schlaflose Nächte bereitet Dr. Woidke in diesem Zusammenhang vor allem der Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS). Hier sei Prävention notwendig, aber auch eine enge Kooperation mit der Wirtschaft. 

"Es wird notwendig sein, andere Wege zu gehen", sagte Schünemann abschließend.


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